Ursprungsland der Kartoffel: Peru

Kennen Sie den Begriff "Blauer Schwede"? Das hat nichts mit Alkohol und Skandinavien zu tun, sondern es handelt sich dabei um eine sehr seltene Kartoffelsorte. Was hier bei uns auf den ersten Blick als ausgefallen wirkt, hat in Südamerika eine lange Tradition.

Hierbei gilt besonders Peru als das Ursprungsland der Kartoffel. In dem kleinen Land werden mehr als 3000 Kartoffelsorten angebaut, die sich an Vielfältigkeit gegenseitig übertreffen. So eben auch der Blaue Schwede, eine Kartoffel mit ungewöhnlicher blauer Farbe. Aber die Erdäpfel unterteilen sich in Peru nicht nur in verschiedene Farben. Auch die Formen der Kartoffeln sowie die Zubereitung und der Geschmack sind recht unterschiedlich zu denen der bekannten deutschen Kartoffeln.

Die ältesten Funde kultivierter Kartoffeln stammen aus dem Chilca-Tal südlich von Lima. Forscher stellten fest, das die Kartoffelpflanze in Peru seit mehr als 8.000 Jahren zum Grundnahrungsmittel der Menschen zählt. Schon die Inkas kannten die Pflanze und so war sie neben Mais eines der am meist genutzten Lebensmittel.


Bis zur heutigen Zeit spielt der Kartoffelanbau in Peru eine wichtige Rolle. Über 3.000 beheimatete Sorten wurden bislang statistisch festhalten. Eine genaue Zahl der gepflanzten Sorten ist aber nicht ermittelbar. Derzeit pflanzen die Kleinbauern in den Bergregionen von Peru Kartoffeln in den verschiedenartigsten Formen, Farben und Geschmacksrichtungen an. Zweifarbige oder bunt gesprenkelte Knollen sind kein Kuriosum, genauso wie kipfel- oder bananenförmige Kartoffeln. Bei uns unüblich, aber in Peru eine gebräuchliche Herangehensweise: Das Gefriertrocknen der Früchte für eine monatelange Konservierung.

In Deutschland wurde die Kartoffel zum Volksnahrungsmittel

Die Einfuhr der Kartoffelpflanzen nach Europa begann erst im späten 16. Jahrhundert. Die Spanier hatten das südamerikanische Inka-Reich erobert. Anfangs war die Pflanze wegen ihrer schönen Blüte beliebt, doch erst im Laufe der Zeit erkannten die Europäer ihre Einsetzbarkeit als Nahrungsmittel.

In Deutschland hatte es die Kartoffel anfangs aber schwer. Erst mit Friedrich dem Großen gelang im 18. Jahrhundert der Siegeszug zum Grundnahrungsmittel. "Der alte Fritz" wollte den Hunger in seinem Königreich bekämpfen und lies dazu Kartoffelpflanzen anbauen, weil sie auch bei schwierigen klimatischen Voraussetzungen gut gediehen. Aber seine preußischen Untertanen sahen die Frucht mit Misstrauen und Zweifel. So besann sich Friedrich der Große auf eine List und ließ die Kartoffelfelder durch seine Soldaten bewachen. Die Menschen dachten daraufhin, das es sich um ein wertvolles Nahrungsmittel handeln musste, klauten die Erdäpfel hinter dem Rücken der Soldaten, kosteten und bauten sie schließlich selbst an. Auch die bei den Seefahrer berüchtigte Krankheit Skorbut wurde durch den Verzehr von Kartoffeln verhindert.

Die Kartoffel als Bestandteil in vielen Speisen

In Deutschland zählt die Kartoffel zu den beliebtesten Beilagen. In Peru ist sie dagegen bis heute oft Bestandteil einer Hauptmahlzeit. Durch die außerordentliche Vielfalt der Kartoffelsorten kann sie vielseitig zubereitet werden. So ist es nicht verwunderlich, das auch das peruanische Nationalgericht „Papas a la Huancaina“ hauptsächlich aus Kartoffeln besteht. Die Mischung aus Kartoffeln, scharfer Chili-Soße, frischem Ziegenkäse, Eiern und Oliven wird gerne traditionell serviert.

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